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DIN 16518 ArtikelBuch-Tipp: Der Schwur vom Dulsberg. satirisch - grotesk - abgedreht Schnelles Hamburger Epos ‚. . . eine zarte Frau mit spitzer, langer Nase, deren süßliche Töne vor Jahren seine Lenden hatten vibrieren lassen', solche Sachen schreibt Nick Aboreas. Abgedrehte Erotik ist eine feine Sache, bislang hat aber noch jede spitze lange Nase mit süßen Tönen meine Lenden kalt gelassen. Abgedreht - Grotesk - Satirisch:... Die DIN-Norm 16518 legt das in Deutschland gebräuchliche Klassifizierungssystem für Schriftarten fest. Sie stammt auf dem Jahr 1964 und ist stark an den Vorschlag der Association Typographique Internationale (ATypI ) angelehnt. In dem Gegensatz hierzu (und zu anderen nationalen Klassifizierungen) hat in der DIN 16518 die Schriftgruppe VII (Antiqua-Varianten) einen anderen Inhalt bekommen, die Gruppe X (Gebrochene Schriften) wurde weiter unterteilt und die Gruppe XI (Fremde Schriften) ist neu hinzugekommen.
Unter Schriftexperten ist sie sehr umstritten, jedoch noch stets Ausbildungsgrundlage in Berufen der grafischen Industrie. Ihr wird vor allem vorgeworfen, dass ihr Schema zu altmodisch sei und der Schriftentwicklung der letzten Jahre nicht mehr genügt. Eine Überarbeitung der Norm ist in Arbeit, eine Einigung der Experten über eine Neufassung jedoch noch nicht absehbar.
Die Norm legt folgende elf Schriftgruppen fest:
- Gruppe I: Venezianische Renaissance-Antiqua
- Schriften abgeleitet von Formen der frühen Druckzeit (etwa 1450 bis 1530). Großbuchstaben basieren auf der römischen Capitalis, Kleinbuchstaben auf der Humanistischen Minuskel . Die Schrift zeichnet sich durch kräftige Serifen, nach links geneigte Achsstellung sowie relativ große Ober- und Unterlängen aus, der Querstrich des e liegt meist schräg. Beispiele: Stempel , Schneidler
- Gruppe II: Französische Renaissance-Antiqua
- Schriften, deren Form in dem 16. Jahrhundert entstand. Geringe Unterschiede bei den Strichstärken, nach links geneeigte Achse, ausgerundete Serifen, keilförmige Ansätze an den senkrechten Strichen. Sehr gut lesbar durch die ruhige Zeilenführung. Oberlängen der Minuskel meist etwas länger als die Höhe der Versalien. Ist heute die Gruppe mit den meisten Schriften. Beispiele: Garamond, Bembo, Palatino
- Gruppe III: Barock-Antiqua
- Durch die Auswirkung des Kupferstichs sind die Strichstärken unterschiedlicher, die Achse der Rundungen steht fast senkrecht. Kleinbuchstaben haben meist oben schräge und unter gerade Serifen. Ebenfalls sind die Rundungen an den Serifen schwächer ausgeprägt. Beispiele: Caslon , Baskerville, Times
- Gruppe IV: Klassizistische Antiqua
- Entstand um 1800, starke Unterschiede zwischen Haar- und Grundstrichen, waagerecht angesetzte Serifen, senkrechte Achse bei Rundungen. Kaum Rundungen am Serifenansatz. Beispiele: Bodoni, Walbaum, Didot
- Gruppe V: Serifenbetonte Linear-Antiqua
- Früher Egyptienne genannt, kam zu Beginn der 19. Jahrhunderts auf. Mehr oder weniger starke, aber auffallende Betonung der Serifen. Haar- und Grundstriche sind fast gleich dick. Beispiele: Rockwell , Clarendon, Serifa
- Gruppe VI: Serifenlose Linear-Antiqua
- Auch als Grotesk oder (nach Jan Tschichold) Entstrichlose genannte Schriftform, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand. Optisch ist ein Teil der Schriften dieser Gruppe in der Strichstärke einheitlich, bei anderen kann sie sich jedoch auch stark unterscheiden. Heute umfaßt diese Gruppe sehr viele verschiedene Schriften, die eigentlich eine Unterklassifizierung erfordern würde. So basieren einige auf der Klassizistischen Antiqua (Bsp.: Akzidenz Grotesk, Univers), andere auf der Reneissance-Antiqua (Bsp.: Lucida Sans, Syntax). Parallel entstand in den Vereinigte Staaten Amerika die sog. Amerikanische Grotesk (Bsp.: Franklin Gothic). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen die konstruierten Grotesk auf, die auf exakten geometrischen Grundformen basierten (Bsp.: Futura , Eurostile).
- Gruppe VII: Antiqua-Varianten
- Hier werden alle Antiqua-Varianten einsortiert, die nicht in die Gruppen I bis III, VIII und IX passen, weil ihre Strichführung nicht deren Charakter entspricht. Hauptsächlich finden sich hier Schriften für dekorative Zwecke. Beispiele: Optima, Largo, Souvenir
- Gruppe VIII: Schreibschriften
- Schriften, die die Wirkung einer heutigen Handschrift nachahmen. Es gab sie auch schon zu Bleisatz-Zeiten, jedoch kamen sie erst durch die Verwendung auf Computern mehr in Mode. Beispiele: Mistral, Pepita
- Gruppe IX: Handschriftliche Antiqua
- Schriften, die auf der Antiqua basieren, die Buchstaben jedoch handschriftlich abwandeln und so ein "persönliches" Erscheinungsbild vermitteln. Beispiele: Post Antiqua
- Gruppe X: Gebrochene Schriften
- Nach 1940 kaum noch in Gebrauch, vorher jedoch als parallele Schriftkultur zu den Antiqua-Schriften gebräuchlich. Werden nochmal in die fünf Untergruppen Gotisch, Rundgotisch (Rotunda), Schwabacher, Fraktur und Fraktur-Varianten unterteilt.
- Gruppe XI: Fremde Schriften
- Beispiele: Chinesisch, Kyrillisch, Arabisch
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